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 Brückenbau, Argentinien

Argentinien
2012 - 2014
ISF-Argentina, lokale Behörden und Schule EFA Avellaneda
42'000 CHF
Johannes Wild Fonds, Erich Degen Stiftung, Volkart Stiftung, VSL Schweiz, Akademischer Ingenieurverein AIV, Debrunner Acifer
1. Einführung & Kontext

Im Norden Argentiniens waren die ländlichen Gemeinden rund um Colonia Dora zunehmend isoliert, da die Straßeninfrastruktur und die Brücken in schlechtem Zustand waren. Lokale Landwirte konnten Alfalfa, ihre wichtigste Einkommensquelle, nur eingeschränkt anbauen und transportieren. Trinkwasser-Lieferungen konnten entlegene Regionen nicht erreichen. Diese Isolation schränkte die soziale und wirtschaftliche Entwicklung erheblich ein. Um die Mobilität und den Zugang zu Schulen, Märkten und Wasser zu verbessern, initiierten Studierende eines Masterstudiengangs für Bauingenieurwesen gemeinsam mit ISF-Argentina den Bau von zwei kleinen Stahlbetonbrücken. Das Projekt verband praxisorientierte Ausbildung mit der Unterstützung der lokalen Bevölkerung und schuf sichere Verbindungen für die Gemeinschaft. 

2. Projektziel

Das Projekt hatte zum Ziel, den Bewohnern von Colonia Dora sichere und verlässliche Verkehrswege zu ermöglichen und so den Zugang zu Bildung, Märkten und Trinkwasser zu verbessern. Durch den Bau der Brücken über Bewässerungskanäle und Bäche sollte die Isolation der Gemeinde reduziert, die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Landwirte gestärkt und die soziale Integration gefördert werden. Die Einbindung von Studierenden und lokalen Arbeitskräften sorgte für Wissenstransfer und eine nachhaltige Umsetzung. Kleine Infrastrukturmaßnahmen wurden so zu einem Schlüssel für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. 

3. Ansatz & Technische Lösung

Es wurden zwei Stahlbetonplattenbrücken mit einer Länge von etwa 10 Metern errichtet. Das Design umfasste drei Felder, Flügelwände und Erosionsschutz, um die Brücken dauerhaft gegen wechselnde Wasserstände zu sichern. Der Bau begann im Juli 2013 mit einem Team von 14 Studierenden, lokalen Helfern und ISF-Argentina. Herausforderungen waren begrenzte Maschinen, Materialanpassungen vor Ort und improvisierte Werkzeuge. Das Team passte die Bewehrung an, nutzte manuelle Biegevorrichtungen und transportierte Beton und Zuschlagstoffe mit Schubkarren und lokalen LKWs. Die Arbeit verband studentische Ingenieurkompetenz mit lokaler Mitarbeit. Die erste Brücke wurde im März 2014 fertiggestellt und eingeweiht, während der Bau der zweiten Brücke unter lokaler Aufsicht weitergeführt wurde. 

4. Erkenntnisse & Wirkung 

Das Projekt zeigte, wie wichtig Flexibilität, Improvisation und lokale Zusammenarbeit in ländlichen Bauprojekten sind. Studierende erhielten praxisnahe Erfahrungen im Anpassen von Plänen an verfügbare Materialien und Bedingungen vor Ort. Die Beteiligung der Dorfbewohner war entscheidend für den Erfolg: Sie unterstützten bei Arbeit, Logistik und Materialtransport. Die fertige Brücke verbesserte den Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Märkten, stärkte wirtschaftliche Aktivitäten und die soziale Vernetzung. ISF-Argentina sorgte für die langfristige Betreuung und Nachhaltigkeit. Das Projekt verdeutlichte, wie kleine Infrastrukturmaßnahmen große Auswirkungen auf isolierte Gemeinden haben können, während sie gleichzeitig wertvolle Lernmöglichkeiten für Studierende und dauerhafte Partnerschaften schaffen.