1. Einführung & Kontext
Das Dorf Yrdyk im Osten Kirgisistans, mit rund 3’000 Einwohnern, hatte lange mit einer unzuverlässigen und unsicheren Trinkwasserversorgung zu kämpfen. Das bestehende sowjetische Rohrsystem lieferte oft nur geringen Druck, sodass Haushalte—insbesondere in höheren oder neueren Siedlungsbereichen—bei hoher Nachfrage kaum Wasser erhielten. Saisonale Überschwemmungen, Schneeschmelze und Dürren verschärften die Situation zusätzlich. Die Dorfbewohner waren auf einen Flusszulauf, eine teilweise funktionierende Chlorstation und einen unvollendeten Brunnen angewiesen, die keine sichere und kontinuierliche Wasserversorgung gewährleisten konnten. IngOG+ unterstützte gemeinsam mit Holinger AG die Gemeinde bei der Entwicklung einer nachhaltigen Lösung, die den Zugang verbessert, sicheres Trinkwasser bereitstellt und die lokale Fähigkeit zur langfristigen Wartung stärkt.
2. Projektziel
Das Projekt hatte zum Ziel, allen Einwohnern von Yrdyk (ca. 3’000 Personen) sicheren und zuverlässigen Zugang zu Trinkwasser zu ermöglichen. Neben der Verbesserung von Gesundheit und Resilienz sollte die Gemeinde befähigt werden, das System selbstständig zu betreiben und instand zu halten. Durch die Entwicklung einer einfachen, wartungsarmen Wasseraufbereitung entstand zudem ein Modell, das in anderen abgelegenen Dörfern mit ähnlichen Problemen reproduziert werden kann.
3. Ansatz & Technische Lösung
Das Projekt kombinierte die Sanierung des bestehenden Verteilnetzes mit dem Bau eines neuen Aufbereitungssystems. Die Leitungen wurden bis zum „Neuen Siedlungsbereich“ erweitert, und der lokale Brunnen wurde an das Dorfreservoir angeschlossen. Eine zentrale Herausforderung war der niedrige Druck im alten Rohrnetz, wodurch Haushalte in höheren oder neu bebauten Bereichen bei hoher Nachfrage kaum Wasser erhielten. Das Netz wurde daher teilweise neu aufgebaut, Rohrdurchmesser und Gefälle optimiert und strategische Druckpunkte eingerichtet, um einen gleichmäßigen Durchfluss im Dorf zu gewährleisten. Kernstück war ein einfacher Langsamsandfilter (KLS-Filter) für Flusswasser, der ohne Strom und Chemikalien funktioniert und leicht wartbar ist. Zwei parallele Filterstrecken ermöglichen kontinuierlichen Betrieb und biologische Regeneration. Bis 2025 war der Filter in Betrieb, und im Winter 2025/Frühjahr 2026 baute das Dorf selbst eine Schutzkonstruktion darum, was die hohe Eigenverantwortung der Gemeinde zeigt.
4. Erkenntnisse & Wirkung
Das Projekt zeigte, dass technische Lösungen nur wirksam sind, wenn die Gemeinde aktiv einbezogen wird. Die Finanzierung und der Bau der Schutzstruktur durch die Dorfbewohner unterstreichen ihr Engagement für die Ressource. Der Probebetrieb des Filters zeigte deutliche Verbesserungen in Wasserqualität und Versorgung, sodass nun alle Haushalte zuverlässig Wasser erhalten. Die Zusammenarbeit mit Holinger AG ermöglichte einen wertvollen Wissensaustausch, während lokale Ingenieure praktische Erfahrung in der wartungsarmen Wasseraufbereitung sammeln konnten. Das Projekt liefert ein reproduzierbares Modell für Nachbardörfer, das technische Robustheit, Einfachheit und lokale Beteiligung vereint. Yrdyk profitiert nun von sicherem, zuverlässigem Trinkwasser, verbesserter Resilienz und gestärkter lokaler Kapazität für zukünftige Wasserprojekte.












