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Trinkwasserversorgung, Paraguay

Paraguay
2015 - 2021
Universidad Nacional de Asuncion und lokale Behörde in Huaga Chini
11'000 CHF
1. Einführung & Kontext

In vielen ländlichen Regionen der paraguayischen Chaco-Region stellt der Zugang zu sicherem Trinkwasser weiterhin eine grosse Herausforderung dar, insbesondere für abgelegene indigene Gemeinschaften. Das Projekt begann 2015 im kleinen Dorf Hugua Chini, wo die Haushalte hauptsächlich auf unbehandeltes Oberflächenwasser und begrenzte Regenwassersammlung angewiesen waren. Saisonale Überschwemmungen, eine schwach ausgebaute Infrastruktur und weite Wege zu Wasserquellen erschwerten den täglichen Zugang zu Wasser und machten ihn zeitaufwendig. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, startete IngOG+ ein Pilotprojekt mit einfachen und lokal angepassten Methoden zur Wasseraufbereitung. Im Laufe der Zeit führten veränderte Bedürfnisse der Gemeinschaft sowie Umweltbedingungen dazu, dass das Projekt weiterentwickelt und die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und Forschungspartnern ausgebaut wurde 

2. Projektziel

Ziel des Projekts war es, den Zugang zu sicherem und verlässlichem Trinkwasser in ländlichen Gemeinden Paraguays zu verbessern und gleichzeitig nachhaltige sowie lokal angepasste Lösungen zu identifizieren. Zu Beginn lag der Fokus auf der Erprobung kostengünstiger Haushaltslösungen zur Wasseraufbereitung sowie auf Regenwassersammelsystemen in Hugua Chini. Mit der Zeit entwickelten sich die Prioritäten der Gemeinschaft weiter, wodurch sich das Projekt stärker auf langfristige Verbesserungen der lokalen Wasserversorgung sowie auf den Aufbau von technischem Wissen konzentrierte. Durch die Zusammenarbeit mit der Universidad Nacional de Asunción (UNA) sollte zudem studentische Forschung sowie der Wissensaustausch zu Wasseraufbereitungstechnologien gefördert werden, um praxisnahe Lösungen für ländliche Gemeinden zu entwickeln und zu evaluieren. 

3. Ansatz & Technische Lösung

In der Pilotphase wurden in Hugua Chini Biosandfilter sowie Regenwassersammelsysteme installiert und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft hinsichtlich ihrer Funktion und Nutzung bewertet. Obwohl die Systeme technisch funktionierten, äusserten die Bewohner den Wunsch nach einer leitungsgebundenen Wasserversorgung, um den mühsamen Transport von Wasser aus entfernten Quellen zu vermeiden. Daraufhin wurde der Projektansatz erweitert. IngOG+ unterstützte die Gemeinde dabei, Möglichkeiten für ein staatlich finanziertes Leitungsnetz zu prüfen, während gleichzeitig Workshops und Schulungen zur Biosandfiltration durchgeführt wurden. Parallel dazu entstand eine Partnerschaft mit der Universidad Nacional de Asunción. IngOG+ beteiligte sich durch finanzielle Unterstützung von Feldbesuchen, die Bereitstellung von Materialien für mikrobiologische Wasseranalysen sowie durch fachliches Feedback zu Forschungsberichten und studentischen Abschlussarbeiten.

4. Erkenntnisse & Wirkung

Das Projekt zeigte, wie wichtig es ist, technische Lösungen an sich verändernde Bedürfnisse der Gemeinschaft anzupassen. Während Haushaltsfiltersysteme technisch gut funktionierten, bevorzugten viele Bewohner langfristig einen bequemeren Zugang zu Wasser über ein zentrales Versorgungssystem. Die Zusammenarbeit mit der Universidad Nacional de Asunción eröffnete zudem neue Möglichkeiten, praktische Projekterfahrungen mit akademischer Forschung zu verbinden. Studentische Projekte und Abschlussarbeiten trugen dazu bei, Biosandfilter und weitere Wasseraufbereitungsmethoden weiter zu testen und zu verbessern. Obwohl Feldaktivitäten zeitweise durch starke Überschwemmungen und später durch die COVID-19-Pandemie eingeschränkt waren, konnte der Austausch mit lokalen Partnern fortgesetzt werden. Die Partnerschaft stärkte lokale Forschungskapazitäten im Wassersektor und legte eine Grundlage für zukünftige Initiativen zur Verbesserung der Wasserversorgung in ländlichen Regionen Paraguays