1. Einführung & Kontext
El Negrito ist ein kleines, abgelegenes Dorf im Nordwesten der Provinz Santiago del Estero, Argentinien. Der nächste größere Ort liegt 60 km entfernt und ist nur über unbefestigte, oft schwer befahrbare Straßen erreichbar. Etwa 50 Menschen leben in 12 Häusern und sichern ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Holzproduktion und Viehzucht für den Eigenbedarf. Das semi-aride Klima mit einer etwa sechs Monate langen Trockenzeit sowie hohe natürliche Arsen- und Salzgehalte im Grundwasser machten die Trinkwasserversorgung kritisch. Die bestehenden Regenwassersammelsysteme waren oft unzureichend oder in schlechtem Zustand. Während längerer Trockenperioden fehlte sauberes Wasser für Mensch und Tier, und Bewohnerinnen und Bewohner mussten weite Strecken zurücklegen, um Wasser zu kaufen oder Tiere zu versorgen.
2. Projektziel
Das Projekt hatte das Ziel, eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser und ausreichend Wasser für den Alltag und die Tierhaltung zu gewährleisten. Durch die Erweiterung der Regenwassersammelsysteme sollte jede Person mindestens 20 Liter Trinkwasser pro Tag erhalten, zusätzlich Wasser für den Haushaltsgebrauch und das Vieh. Gleichzeitig sollten nachhaltige Wassernutzungspraktiken gefördert und die Gemeinde aktiv in Planung, Bau und Wartung einbezogen werden. IngOG+ unterstützte ISF-Argentinien mit technischer Beratung, Feldbesuchen und Schulungen, um sicherzustellen, dass die Anlagen praktikabel, widerstandsfähig und an die örtlichen Bedingungen angepasst waren.
3. Ansatz & Technische Lösung
Das Projekt wurde in drei Phasen umgesetzt. In der ersten Phase wurden bestehende Regenwassersysteme und Zisternen erweitert, um 20 Liter Trinkwasser pro Person und Tag bereitzustellen. Dächer wurden angepasst, Regenrinnen verstärkt und Betonzisternen installiert, um die Speicherkapazität zu erhöhen.
Die zweite Phase konzentrierte sich auf Wasser für den Haushalt und das Vieh. Wasser aus nahegelegenen Stauseen wurde über einfache Rohrleitungen zu Gemeinschaftstanks gepumpt und lieferte zusätzlich 30 Liter pro Person und Tag für den Hausgebrauch sowie 5’000 Liter täglich für Tiere. Grundlegende Filterungen und Abdichtungen der Stauseen sicherten die Wasserqualität. In der dritten Phase wurden kleine Gemüsegärten eingeführt, unterstützt durch Tröpfchenbewässerung. Schulungen in der Dorfschule vermittelten nachhaltige Nutzung und Pflege der Anlagen. IngOG+ unterstützte mit technischer Beratung, Monitoring und Workshops, um langfristige Nutzung und lokale Verantwortung zu gewährleisten.
4. Erkenntnisse & Wirkung
Das Projekt verbesserte die Wasserversorgung in El Negrito deutlich. Familien hatten nun verlässlich Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie ausreichend Wasser für Haushalt und Tiere. Die Einbeziehung der Gemeinde in Bau und Schulung stärkte die Verantwortung und langfristige Wartung der Anlagen. Tröpfchenbewässerung und kleine Gärten schufen neue Möglichkeiten für Nahrungsmittelproduktion und Diversifizierung, wodurch die Abhängigkeit von externen Wasserquellen reduziert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen ISF-Argentinien, IngOG+ und der Pepperdine University stärkte technische Kapazitäten und Wissensaustausch. Das Projekt zeigt, wie gemeindebasierte, angepasste Wasserlösungen die Resilienz, Gesundheit und Lebensqualität in abgelegenen Regionen verbessern können und legte eine Basis für zukünftige nachhaltige Entwicklungsinitiativen in El Negrito.









